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Ilford XP2 – Ein “unechter” SW-Film?

Wird in Foren die Frage nach dem Ilford XP2 gestellt, kommt schnell von irgend wem die Antwort es handele sich um einen “unechten” SW-Film. Von fehlendem Korn und fehlender SW-Charakteristik im Vergleich zu klassischen SW-Filmen ist dann oft die Rede .

Das wiederum schreckt den Einsteiger, der mal gerne analog arbeiten würde, aber nicht gleich auch selber entwickeln will, schnell ab.

Das ist schade und ich finde, dass man diesem Film mit einer solchen Abwertung unrecht tut. Es lohnt sich durchaus mit dem XP2 zu arbeiten, vorallem, wenn man nicht selber entwickeln möchte. Zusatzlich hat der XP2 einen enormen Belichtungsspielraum, d.h. man kann auf einem Film  problemlos von 200 – 800 ISO/ASA belichten, ohne dass eine Anpassung der Entwicklung notwendig ist. Damit zeigt er sich deutlich flexibler als ein klassischer SW-Film.  Sogar mit ISO/ASA 1600 habe ich schon erstaunliche Ergebnisse erzielt.

Ein weiterer Vorteil dieses Films ist die sehr gute Scannbarkeit. Die Kratz- und Staubreduzierung des Scanners kann genutzt werden, was eine erhebliche Arbeitserleichterung sein kann.

Neben meinen Lieblingsfilmen TMax 400, TriX, Portra 400 habe ich immer reichlich XP2 im Kühlschrank. Dieser kommt bei mir vor allem im Umfeld der Familie zum Einsatz, in Situationen wo man halt stark wechselnde Lichtsituationen hat und die Flexibilität benötigt.

Nachfolgend zeige ich ein paar Bilder die vielleicht dem Ein oder Anderen Lust auf diesen Film machen könnten.

Studioportrait, XP2 400@200, Mamiya 645

Street, XP2, Nikon F801s

Vieleicht habt ihr nun ein wenig Appetit auf diesen Film bekommen. Die Ergebnisse wirken herrlich analog und es ist ein schöner Ausgleich zur Digitalfotografie mal mit einem Film auf Tour zu gehen. Die Preise pro Rollfilm liegen bei ca. 3,50 EUR und die Entwicklung bei DM oder Schlecker kostet etwas 1,90 EUR/Film (Preise Stand 11.2011, nur Filmentwicklung).

Viel Spass – Juri Bogenheimer


TMax 400 – Ein Studioportrait in SW

Ein wenig müde von der ganzen digitalen Knipserei habe ich mich mal wieder mit der analogen Fotografie auseinandergesetzt.  Das Photoshop-Geschraube um ein klassisches Black & White Bild zu erhalten ging mir seit geraumer Zeit auf den Geist und mit dem Einfügen von künstlichem Korn stellte sich dann schnell die SinnFrage.

Ich reaktivierte also meine Mamiya 645 AF und es stellte sich die Frage nach einem geeigneten Film.  Eine Empfehlung brachte mich auf den TMax 400 und so legte ich den Film ein und zog los. Mein Ziel war ein Portrait in SW mit weichen, ausgewogenen Tonwerten, bis hin zu tiefem schwarz.

TMax 400 – Classic Portrait 

Studio Portrait mit TMax 400

Bevor ich ins Studio ging, stellte sich die Frage der Emfindlichkeit des Films und da ich kein Freund allzu großer wissenschaftlicher Abläufe bin (was manchmal ein Fehler sein kann) knipste ich einfach 3 Filme mit unterschiedlichen Einstellungen durch. Für meinen Workflow (Hybrid, Scanner NIKON ED 8000) stellte sich eine ISO 200 als optimal heraus.

Verarbeitung: 
Empfindlichkeit: Iso 200
TMax Entwickler 1+4, 20°, 6 Minuten, Dosenentwicklung
Bewegungsrythmus: 5 mal zu Begin, 5 mal alle 30 Sekunden
Scan vom Negativ mit NIKON ED 8000

Bis ich das oben zusehende Ergebnis erreichte, gingen der ein oder andere Film leider in die Hose. Die ersten Versuche lagen bei ISO 400 und einer Entwicklungszeit von 6.45 Minuten. Die Negative zeigten sich nach dem Scan allerdings einfach zu dunkel und wurden durch die Anpassung (Gradation, Tonwertkorrektur) für meinen Geschmack zu steil. Ein sehr gutes Ergebnis (Zufallsergebnis) hatte ich mit dieser Kombination in einem Fall, allerdings hatte ich den fünften Film in 600 ml Lösung entwickelt, obwohl nur 3 Filme für diesen Ansatz empfohlen werden…..

Das Ergebnis wie es sich jetzt zeigt macht mir auf jeden Fall echte Freude an der analogen Fotografie und so geht es in Kürze weiter mit 2 weiteren Filmen, nämlich dem Rollei Universal 200/ Superpan 200 und dem Rollei Ortho 25 entwickelt in Spürsinn HCD.

Bis dahin wünsche ich Euch einen analogen Gruß

Juri Bogenheimer