Erfahrungsbericht NIK Silver Efex Pro


Der Anfang meiner Fotografie war analog und schwarzweiss. Entwickelt wurde in einer provisorischen Dunkelkammer mit der ich stundenweise das einzige Badezimmer blockierte. Diese Zeiten sind schon sehr lange vorbei, wobei die Schwarzweiss-Fotografie bis heute ihre Anziehungskraft auf mich nicht verloren hat.

Heute arbeite ich komplett im digitalen Prozess und werde oft ein wenig wehmütig wenn ich Schwarzweiss-Bilder sehe, die einen analogen Touch vermitteln. Das ein Programm wie NIK Silver Efex Pro mein Interesse weckt, erklärt sich daher von selbst.

Installation
NIK Silver Efex Pro ist als Plug-in verfügbar für Windows und Macintosh Rechner und läuft unter Adobe Photoshop, Photoshop Elements, sowie Photoshop-Plug-in-kompatiblen Anwendungen, sowie unter Apples Aperture.

Systemanforderung siehe: http://www.niksoftware.com/silverefexpro/de/entry.php)

Das Programm installiert sich nach Aufforderung automatisch in das entsprechende Zielverzeichnis und ist beim nächsten Aufruf von Photoshop unter dem Menu FILTER zu finden.

Erster Eindruck
Der Filter öffnet sich mit einem Vorschaubild und diversen Menupunkten. Wer ein bischen Erfahrung im Umgang mit Bildbearbeitungstools hat wird sich sehr schnell zurechtfinden – aber auch Novizen brauchen sich nicht zu fürchten. Als ersten Einstieg bietet es sich an, die Favoriten zu testen. Dabei handelt es sich um bereits vorhandene Voreinstellung die beliebig erweiterbar sind. (Neutral, Underexpose EV-1, Overexpose +1, High Structure, Pull Process N -1, Push Process N +1, Push Process N +2, Push Process N +3, High Contrast Red Filter, High Contrast Orange Filter, High Contrast Yellow Filter, High Contrast Green Filter, Full Spectrum, Full Spectrum Inverse, Dark Sepia, Soft Sepia, Ambrotype, Cyanotype, Tin Type, Infrared Film Normal, Infrared Film Soft, Soft Skin, Wet Rocks, Darken Contrast Vignette, Antique Plate 1, Antique Plate 2, Antique Solarisation, Holga, Pinhole).

Das Beispielbild zeigt eine Aufnahme und zwei Varianten.

 

 

Zugegeben, die vorhandenen Favoriten sind eine schöne Spielerei, aber für meinen Geschmack ein wenig zu „effektvoll“ . Aber das ist wie so oft eine Frage des persönlichen Geschmacks.  Ohne Frage sind die vorhandenen Favoriten ein guter Anfang zur Schwarzweiss Umwandlung, denn über die diversen Einstellmöglichkeiten kann dass Bild den eigenen Wünschen entsprechend angepasst werden.

Fortgeschrittene SW-Umwandlung
Silver Efex Pro bietet viele Möglichkeiten zur SW-Umwandlung, angefangen bei den ersten drei Reglern, über die sich Helligkeit, Kontrast und Struktur justieren lassen.
Der Einsatz von Farbfiltern (einstellbar) bis zur Auswahl diverser Filmsorten ist ebenso möglich wie das Zufügen von Filmkorn, Vignetten und Tonungen. Das verfügbare Filmkorn finde ich besonders gelungen und ist für mich schon ein Grund dieses Tool zu nutzen.

Die vielbeworbene U-Point Technologie wird Anwendern, die mit Ebenen in Photoshop auf Kriegsfuss stehen durchaus eine Hilfe sein. Diese U-Points (kreisrund) lassen sich im Bild beliebig platzieren und in der Größe ändern und bieten die Möglichkeit, den definierten Bereich in Bezug auf Helligkeit, Kontrast und Struktur zu verändern. So lassen sich z.B. Wolken gezielt aufhellen, ohne dass der Rest des Bildes beeinflusst wird. Allerdings stört mich die Kreisrunde Beschränkung ein wenig.

Zusammenfassung
Der erfahrene Photoshop-Anwender wird auch ohne NIK Silver Efex Pro zu ähnlichen oder identischen Ergebnissen kommen und hat darüber hinaus mittels Masken und Ebenen noch differenziertere Möglichkeiten zur Bildbearbeitung – allerdings sind die Wege wesentlich weiter und je nach Kenntnisstand ist der Zeitaufwand höher.

Wer nicht jeden Schritt zu Fuß gehen möchte und ein Tool sucht, dass auf einen Blick (manchmal muss man allerdings tief blicken) vielfältige Möglichkeiten zur SW-Umwandlung bietet, ist mit Silver Efex Pro hervorragend bedient. Der spielerische Umgang mit dem Programm kann zu SW-Bildern führen, die man so mit Photoshop wohl nicht entdeckt hätte. Mir persönlich gefällt vor allem das Korn, das mit diesem Tool erzeugt werden kann – in Maßen eingesetzt unverzichtbar für ein stimmungsvolles SW-Bild.

SW-Umwandlung mit Rotfilter, Kontrast- und Strukturerhöhung

SW-Umwandlung mit Rotfilter, Kontrast- und Strukturerhöhung

Preis
NIK Silver Efex Pro kostet derzeit ca. 199,-Euro. Ob das zu teuer ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Im  professionellen Einsatz (Fotografen) werden die Anschaffungskosten durch die Zeitersparnis in kürzester Zeit wieder eingespielt.
Für Amateure mag der Anschaffungspreis hoch sein, doch für diese Zielgruppe empfehle ich den Einsatz der Schülerversion (89,- EUR, Schüler, Studenten, Lehrer, Dozenten, Nachweis mittels Schülerausweis, o.ä.) mit vollem Funktionsumfang, jedoch nur einsetzbar für nichtkommerzielle Zwecke.

Bezug z.B. hier:
http://www.unimall.de/product_info.php?info=p18956_NIK-Silver-Efex-Pro-fuer-Photoshop-Aperture-int–Mac-Win-EDU.html

Viel Spass – Juri Bogenheimer

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2 Gedanken zu “Erfahrungsbericht NIK Silver Efex Pro

  1. Wie kann MonochromiX praktisch das Gleiche tun, wenn es weder für Aperture noch für den Mac vorhanden ist? Zudem macht die Webseite von MonochromiX keinen besonders professionellen Eindruck.

  2. Hallo!

    Ich würde das Tool vielleicht auch so positiv sehen, gäbe es nicht schon rund zwei Jahre länger MonochromiX, was seltsamerweise praktisch das Gleiche macht. Vielleicht in mancher Hinsicht sogar mehr, sich aber mit rund einem Achtel des Preises von Silver Efex Pro zufrieden gibt.

    Gruß,

    Ralf

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