Rezension: Die Kunst der Schwarzweißfotografie


SW Fotografie

von Torsten Andreas Hoffmann

Technikbücher gibt es ja tatsächlich reichlich und wie man aus einem schlechten Bild per EBV noch ein halbwegs vernünftiges hinbekommt, wissen mittlerweile sogar Amateure denen bis heute noch das Zusammenspiel von Zeit und Blende unbekannt ist.

Wer auf der Suche nach Postkartenmotiven ist und im Mainstream ganz vorn mitschwimmen möchte, der wird von diesem Buch enttäuscht sein. Er/Sie wird hier keine Informationen bekommen, wie und zu welcher Tageszeit der Kölner Dom am besten postkartenmäßig fotografiert werden kann, bzw. GPS Daten erhalten für die Top-Objekt in Europa oder weltweit.

Dieses Buch setzt sich mehr mit Sehen, Erkennen und Gestalten auseinander – speziell für die SW-Fotografie. Es ist auch kein Bilderbuch mit Begleittext, sondern eher eine bebildertes Lesebuch, das ausführlich Stellung zu den Bildern eines jeweiligen Kapitels bezieht.

Wer fotografisch auf der Stelle steht oder es leid ist den Eifeltürmen dieser Welt nachzujagen, getreu dem Motto, Es ist schon alles fotografiert worden, aber noch nicht von jedem“, der könnte mit diesem Buch richtig liegen. Es hilft den Blick auf das Wesentliche zu richten und somit vielleicht auch dazu, Bilder zu schaffen, die mehr als nur „schön“ sind.

Das Buch beschreibt einleitend kurz die Wahl einer guten Kamera und die Notwendigkeit, warum speziell für Schwarzweißfotografie im RAW Modus fotografiert werden soll. Anschließend werden die klassischen Filter der analogen SW-Fotografie erklärt und wie die Gegenstücke in der digitalen Fotografie aussehen (Photoshop CS2 und abschließend auch CS3).

Klischeebilder überwinden bildet ein eigenes Kapitel und mag helfen, den eigenen Stil zu finden bevor es zu den Kapiteln STREET PHOTOGRAPHY, LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE, ARCHITEKTURFOTOGRAFIE und weiteren Themengebieten geht. Teil 3 bildet dann die Kompositionslehre, die anhand von Bildern eindringlich und leichtverständlich erklärt wird.  Zum Abschluß gibt es noch eine Stippvisite in den Bereich der digitalen Dunkelkammer.

Mir persönlich gefällt das Buch gut. Es inspiriert mich und fordert auf, eigene Wege zu gehen. Es steht im deutlichen Kontrast zu den vielen technisch orientierten Büchern und liest sich frischer als die Werke der Altmeister.

Ich kann es definitiv empfehlen  – vorausgesetzt Du suchst kein Buch über die Erstellung von Makroschmetterlingen oder sonstigem süßen Kitsch.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spass und gutes Licht.

Advertisements

2 Gedanken zu “Rezension: Die Kunst der Schwarzweißfotografie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s