Nikon D700 versus Fuji S5 – ein kleiner Erfahrungsbericht


EINLEITUNG
was soll eigentlich dieser Vergleich von zwei DSLR-Kameras, die beide 4 bzw. 2 Jahre auf dem Buckel haben, mag sich der Leser denken. Die Frage ist berechtigt und dieser kleine Erfahrungsbericht wendet sich im Grunde auch „nur“ an Nutzer der Fuji S5 die mit dem Gedanken spielen ihre in die Jahre gekomme S5 Pro  gegen eine aktuelle Kamera zu tauschen.

Seit November 2008 fotografiere ich mit der Fuji S5 Pro und bin soweit zufrieden. Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Akt- und Portraitfotografie, im Studio und  `On Location´. Serienbildgeschwindigkeit, schneller AF etc. spielen bei dieser Art der Fotografie eher eine untergeordnete Rolle und somit steht die Bildqualität für mich im Vordergrund.

Als Leser von diversen Fotozeitschriften und Mitglied in verschiedenen Foren, bleibe auch ich nicht verschont von den Berichten über neue Kameramodelle (Nikon D300s, Canon 7D, Nikon D700, Canon 5DMark II) und es entstand bei mir mit der Zeit der Eindruck, dass meine gute Fuji S5 Pro, ehemals dem Profisegment zugeordnet, heute eigentlich nichts mehr taugt.

Eine alternative für mich ist die Nikon D700 und ich gebe zu, dass der Gedanke an einen Vollformat-Sensor Begehrlichkeiten weckt. Das Sparbuch ist randvoll und bei den niedrigen Zinsen macht das Sparen eh keinen Sinn.
Der Kaufwille ist vorhanden – da jedoch mein Schwiegervater eine Nikon D700 besitzt, kam mir der Gedanke, dass ein Test/Vergleich doch sinnvoll wäre, bevor ich ca. 2000 EUR an den Händler meines Vertrauens überweise.

AUFBAU DES VERGLEICHS
Ich schreibe hier bewußt nicht Test, da mein Vergleich wissenschaftliche Ansprüche nicht erfüllt und auch nicht den Anspruch hat. Es geht hier um einen Erfahrungsbericht von einem Praktiker für Praktiker.
Die Bilder sind demnach auch ohne künstlerischen Anspruch und vorallem ohne weitere Bearbeitung. Die Kameras sind jeweils im „Normalmodus“ eingestellt, Belichtungsmessung per Spot und Einstellung auf M.
Das in den  RAW-Daten mächtig Verbesserungs-/Veränderungspotential steckt, erwähne ich am Rande.

Das diese Herangehensweise auch kritisch betrachtet werden kann, habe ich in diversen Foren zu hören bekommen, aber ich betone nochmals, dass es nicht darum geht welche der beiden Kameras die Bessere ist, sonder ob sich ein Wechsel von der S5 Pro auf die D700 lohnt, bzw. bei welchen Anforderungen sich ein Wechsel lohnt.

ERSTER EINDRUCK
D700 mit Batteriegriff MB-D10 und 1.4 50 mm Objektiv! Wow, das fühlt sich gut an, war mein erster Gedanke.
Als Vergleichsmotiv für beide Systeme  wählte ich zuerst eine Zeitung um einen Eindruck von Schärfe und Auflösung zu erhalten. Auf beiden Modellen wurde das 1.4 50 mm Nikon genutzt. Die S5 bei ISO 100 und die D700 bei ISO 200. Fokusiert wurde auf die Zeile WAAGE.

Kamera aufs Stativ, Blende 8, Spiegelvorauslösung, fokusiert auf die Mitte……und Schuß!
Die D700 hat ein tolles Display und die Ergebnisse sahen auf dem Display fantastisch aus. Scharfe detailierte Buchstaben, kein Vergleich zur S5 Pro und mein erster Gedanke war „den Test kannst du hier beenden“!

Auf den PC geladen, relativierte sich das Ergebnis dann ein wenig. Der Klassenunterschied, der bei den Bildern auf dem Display zu sehen war, zeigte sich auf dem Rechner in dieser Deutlichkeit nicht mehr.

Beispiele:

Nikon D700

Nikon D700

 

Fuji S5 Pro

Fuji S5 Pro

 

Als nächstes wurde im Portraitbereich verglichen. Die Fuji S5 Pro bestückt mit einem Nikon 1.8 50 mm, die Nikon D700 mit einem Nikon 1.4 50 mm. Die Belichtung wurde per Spotmessung ermittelt, beide Kameras waren im Modus M. Die Bilder sind jeweils „out of the Box“ im RAW Format geknipst. Fuji Converter ist der FINEPIXVIEWER, Nikon wurde geöfnet mit ACR (Photoshop CS4). Wie gesagt, es hat keine weitere Optimierung stattgefunden und wer sich ein wenig auskennt, weiß welches Potential in den RAW Dateien steckt.

D700, Blende 3.5, ISO 200

D700, Blende 3.5, ISO 200

 

S5 Pro, Blende 3,5, Iso 100, 1/60 s

S5 Pro, Blende 3,5, Iso 100, 1/60 s

Bei der D700 habe ich den Eindruck, dass die Belichtungsmessung auch eine Blende weniger vertragen hätte, aber das sind Feinheiten die sich in der Praxis einstellen. 

Sicherlich hätte man den Vergleich auch noch bis ISO 6400 treiben können. Es macht in meinen Augen allerdings keinen Sinn, da die D700 im hohen ISO Bereich unstrittig die bessere Kamera ist, bzw. die S5 Pro ab ISO 3200 sowieso passen muss, und ich maximal bis ISO 1600 gehen würde.

Abschließend nochmal ein paar Aufnahmen aus dem winterlichen Garten.

D700, ISO 200, Blende 3,5, 1/200 s

D700, ISO 200, Blende 3,5, 1/200 s

 

S5 Pro, ISO 100, Blende 3,5 , 1/160s

S5 Pro, ISO 100, Blende 3,5 , 1/160s

 

ERSTE ZUSAMMENFASSUNG

Die Nikon D700 wirkt im Detail ein bischen schärfer und hat eine etwas höhere Auflösung. Im Weissabgleich wirkt sie mir etwas zu gelb/warm was die Hauttöne hin und wieder unnatürlich wirken lässt, aber dass lässt sich im RAW Konverter problemlos korrigieren.  Die Bilder wirken je nach Lichtsituation ein wenig härter als bei der S5 Pro, was sicherlich mit dem jeweiligen Dynamikumfang zu tun hat. Letztlich ist das aber auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Ich muss zugeben, dass ich mit größeren Unterschieden in der Bildqualität gerechnet hatte. Die gigantische Verbesserung, die man aus Tests und aus Foren heraushört, konnte ich nicht sehen. Es wäre falsch zu behaupten, die S5 Pro wäre von der Schärfe und Auflösung identisch zur D700, aber um den oft gehörten „Quantensprung“ handelt es sich auch nicht.

Mein Wunsch nach einer D700 als Verbesserung zur S5 Pro hat sich nach diesem Test gelegt, da ich eine wesentliche Verbesserung der Bildqualität im ISO Bereich 100-800 nicht feststellen konnte. Aber ob diese Aussage auch auf andere S5 Pro User zutrifft, dass muss jeder für sich selber prüfen.

WER SOLLTE DENNOCH VON DER S5 PRO AUF DIE D700 WECHSELN
– Fotografen die unbedingt jenseits von ISO 1600 fotografieren wollen/müssen (Theater/Doku)
  Eine absolute Stärke des Vollformatsensors ist offensichtlich die Fähigkeit auch bei hoher ISO noch hervorragende
  Bilder zu liefern. Somit ist es ein Muss für Theater, Doku und auch Street bei Nacht. Bilder bis 6400 ISO sind kein
  Problem.

– Fotografen, denen die S5 Pro zu langsam ist (Sport)
  Wer Sport und Action fotografiert und eine hohe Serienbildgeschwindigkeit benötigt, wird mit der D700 ebenfalls
  deutlich besser fahren als mit der S5 Pro, die in diesem Bereich nicht wirklich punkten kann.

– Technikfans, die  Spass an der Technik und Innovation haben

– Fotografen für die Schärfe eine sehr hohe Priorität hat und die in diesem Bereich das Optimum wünschen.

WER SOLLTE BEI DER S5 BLEIBEN
– Fotografen die einen natürlichen Hautton lieben und das „out of the box“
  Die S5 Pro bietet von Hause aus einen Weißabgleich und einen Hautton der Maßstäbe setzt.

– Fotografen die großen Dynamikumfang und das weiche Bild lieben
  Hier unterscheidet sich die S5 Pro deutlich von allen DSLR auf dem Markt.

– Fotografen, die von einem Wechsel einen Quantensprung erwarten
  Wer bei ISO 100 – 1600 einen deutlichen Qualitätssprung nach oben erwartet wird entäuscht sein.
 

FAZIT
Die Nikon D700 ist eine klasse Kamera auf höchstem Niveau. Das betrifft sowohl die Bildqualität als auch die Performance. Würde ich mir heute eine neue, aktuelle Kamera mit Nikon Bajonett kaufen, dann wäre das sicherlich eine D700.

Ein Wechsel von der S5 Pro auf die D700 kommt für mich allerdings nicht in Frage. Das liegt natürlich daran, dass ich als Akt- und Portraitfotograf die Performance der D700 nicht benötige. Auf der anderen Seite bevorzuge ich die Bildanmutung der S5 Pro, was vermutlich auch mit der größeren Dynamik zu tun hat.

Hin und wieder würde ich natürlich auch gerne mit ISO 6400 fotografieren, vor allem im dokumentarischen Bereich oder auf halbdunkeln Familienfeiern. Ich bin allerdings nicht bereit, diese seltene Momente mit 2.000 EUR zu bezahlen.

Bei der inszenierten Fotografie wie ich es betreibe, ist ein hoher ISO Bereich nicht notwendig da ich darauf achte nicht über ISO 400 fotografieren zu müssen. Man sollte es sich auch bewußt machen, dass auch die Nikon D700 bei hohen ISO keine FINEART Qualität mehr leistet. Für Doku und Street reicht es allerdings!

Nach diesem kleinen Test möchte ich jedem der an einen Kamerawechsel denkt unbedingt empfehlen, die zukünftige Kamera eigenhändig mit der Vorhandenen zu vergleichen. Leistungszuwächse wie wir sie in Fotomagazinen lesen, spielen in der Praxis oft nur eine untergeordnete Rolle oder lassen sich am Motiv so kaum wahrnehmen.

Schon die Tatsache, dass eine Kamera am Erscheinungstag als Profikamera gilt und 2 Jahre später nur noch Amateuren genügt, sollte uns zu denken geben. Sicherlich findet eine ständige Verbesserung in der Performance statt, aber die Sensortechnik scheint derzeit ausgereizt zu sein.

Was ich mir persönlichen wünschen würde (vielleicht liest ja ein Entwickler der Branche mit) ist eine DSLR
– mit der Performance und der Rauscharmut bei hoher ISO einer Nikon D700
– mit dem Dynamikumfang und der Farbwiedergabe der Fuji S5 Pro
– mit der Schärfe und Brillianz eines Foveon Sensors

02.01.2011 Juri Bogenheimer

aktualisiert am 07.01.2011
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25 Gedanken zu “Nikon D700 versus Fuji S5 – ein kleiner Erfahrungsbericht

  1. Es ist 2014 und ein Karibik-Urlaub ist geplant. Welche Kameras nehme ich mit? Ich habe mich für meine 2 Fuji S5 Pro entschieden. Sie sind sehr robust und immer noch bei den JPG’s unschlagbar. Ich lasse meine D40, D3s und D7100 zu Hause. Grundsätzlich schieße ich aber immer noch die RAW-Version mit, man weiß ja nie.

    Was mir an der Fuji S5 Pro nicht gefällt:
    – Sie ist laaaaaaaaaaaaaangsam. Wer gern sehr schnell schiesst, auch bei Portrait- und Model-Fotografie, um natürliche Momente besser einzufangen, wird sich schwarz ärgern, wenn der Puffer der S5 voll ist und wieder 30-45s zu warten sind, bevor man weiterarbeiten kann.
    – Man muss die Kamera beherrschen, verstehen. Und darum regelmäßig mit ihr arbeiten. Sie ist schwer zu beherrschen, weil nicht alle Einstellungen verständlich sind. Man kann sie nicht jemandem in die Hand drücken: und nun fotografier mal.
    – Ich nutze sie bis maximal ISO 800, danach ist sie neueren Kameras WEIT unterlegen.
    – Sie produziert extrem große RAW-Files: 25 MB für ein 6-8 MP Bild. Unbelievable!
    – Sie hat keine Sensor-Reinigung.
    – Effektiv nur 6 MP Auflösung. Das nervt, weil man wenig Spielraum zum Beschneiden hat. Man muß schon beim Fotografieren darauf achten, dass man den korrekten Ausschnitt hat. Sonst leidet der Detail-Reichtum erheblich. (Mit 12 MP würde ich sie heute *jeder* Nikon-Kamera vorziehen, die D3s bliebe dann nur noch für Low-Light- und Action-Photography).

    Was mir an der Fuji S5 Pro gut gefällt:
    – sie ist eine Pro Kamera, sehr robust und abgedichtet. D40 und D7100 sind Plastikteilchen dagegen.
    – der Dynamik-Umfang. Schnee, Sand, Himmel, weiße Kleider sind detailreich, wenn auch neue Kameras längst die Waffen strecken. Sonnenuntergänge sind ohne Halo’s.
    – man kann für bestimmte Zwecke gezielt überbelichten (alle Bilder +1 bis +2 EV; dann JPGs verwerfen und nur RAW entwickeln) um eine exzellente Schattenzeichnung zu erhalten.
    – Der hohe Kontrastumfang (dynamic range) bietet für die RAW-Bearbeitung viel mehr Möglichkeiten.
    – Die Voreinstellungen für JPG’s, F1, F1a, F1b, F1c sind eine prima Zugabe von Fuji, um konstante JPG-Serien nach Geschmack zu erhalten.
    – Anders als manch ein anderer Kommentator halte ich den Auto-WB-Abgleich für überlegen verglichen mit den Nikons.
    – Hautdarstellung (weiße Models) ist bereits in den JPG’s sehr gut. Sicher Geschmacksache, aber da kommen selbst die neueren Nikons (D3s, D7100) irgendwie nicht mit.

    Fazit: die S5 Pro ist eine sehr gute Kamera, aber nur, wenn man sie gut beherrscht. Für den Karibik-Urlaub mit Sand, Staub, Wasserspritzern und Stürzen an Bord wackeliger Boote ist sie für mich die perfekte Wahl.

    • Hallo,

      einiges kann ich so nicht stehen lassen.

      – Sie ist laaaaaaaaaaaaaangsam. Wer gern sehr schnell schiesst, auch bei Portrait- und Model-Fotografie, um natürliche Momente besser einzufangen, wird sich schwarz ärgern, wenn der Puffer der S5 voll ist und wieder 30-45s zu warten sind, bevor man weiterarbeiten kann.
      + Wer schießt denn schon Portraits und Modellfoto mit „MG-Feuer“? Die Kamera in die richtige Richtung halten und auf ein Wunder hoffen? Der Kram muß auch selektiert werden, was Zeit kostet. Richtige Technik: Doubletten oder Tripletten. Ich habe es noch nie geschafft, daß mich der Puffer ausbremst, und ich fotografiere sehr viel Hundeaction, wo es noch ganz anders zu Sache geht als bei Portraits und Co. Diszipliniert und gezielt auf den Punkt zu fotografieren ist die Lösung. Wozu 200 Bilder mit über 90% Ausschuß verballern, wenn es unter dem Strich auch 20 gute tun?

      – Ich nutze sie bis maximal ISO 800, danach ist sie neueren Kameras WEIT unterlegen.
      + Ich nutze sie kompromißlos bis 3200 ASA und darüber manchmal hinaus. Die Körnigkeit paßt oft gut zu Low Light Motiven. Ich habe noch keine moderne Cam gefunden, die ihr auch bei höheren ASA von der Anmutung her gleich ist. Vorteil: Man kann 100 ASA und 3200 ASA problemlos mischen. Kein Unterschied in Farbe und Kontrast, keine Farbunterschiede (Sättigungsverlust und Farbshift) wie bei „normalen“ Kameras.

      – Sie produziert extrem große RAW-Files: 25 MB für ein 6-8 MP Bild. Unbelievable!
      + Egal, was man da rumdiskutert, die S5 ist eine 12 Mpx-Kamera, wie problemlos 60×90 Bilder erlaubt. Nur zum Pixelpeepen bei 100% taugt sie wegen der analogen Anmutung nicht. Ihre Bilder beurteilt man auf dem Monitor grundsätzlich bei 50%! Sind sie dort gestochen scharf, kann man sie für jede Anwendung benutzen.

      – Sie hat keine Sensor-Reinigung.
      Wozu? Hin und wieder bei Bedarf den Spiegelkasten aus- und den Sensor abpusten reicht völig. Wichtig: Ab und zu (so einmal im Jahr) den Spiegel reinigen (über längere Zeiträume bildet sich da ein hauchfeiner Belag, der den für den AF nötigen Kontrast unnötig mindert), das erhält die AF-Performance.

      – Effektiv nur 6 MP Auflösung.
      + Definitiv falsch. Die effektive Auflösung liegt bei ~9 Mx, so das überhaupt von Bedeutung ist. In praxi ist die S5 ein 12 Mpxler (s. oben).

      – Das nervt, weil man wenig Spielraum zum Beschneiden hat. Man muß schon beim Fotografieren darauf achten, dass man den korrekten Ausschnitt hat.
      + Von vorne herein auf den korrekten(!) Ausschnitt zu fotografieren ist gute, fotografische Handwerkskunst. Schneiden sollte nur für Layoutzwecke nötig sein.

      – Der hohe Kontrastumfang (dynamic range) bietet für die RAW-Bearbeitung viel mehr Möglichkeiten.
      + Die S5 ist eine JPG-Kamera, die auf schnelle, produktive Arbeit entwickelt wurde (RAWs kosten Zeit und damit Geld). RAWs braucht man eigentlich nur sehr gelegentlich bei ganz extremen Lichtverhältnissen und dann sollte man auch nur Original Fuji-Software benutzen (Es gibt KEINE Non-Fuji-Programme, die den CCD-SR-Sensor voll ausnutzen).
      Die Eingangsdynamik der Filmsimulationen ist gewöhnlich groß genug für fast alles und gerade im Highlight-Bereich aktuellen Kameras immer noch überlegen.

      – Anders als manch ein anderer Kommentator halte ich den Auto-WB-Abgleich für überlegen verglichen mit den Nikons.
      + Das ist zwar richtig, aber trotzdem sollte man statt mit der AWB mit festen Kelvinzahlen arbeiten, bei Outdoor also mit 5600 K, denn die AWB ist ein Stimmungskiller. Die AWB ist für gruseliges, schnell wechselndes Mischlicht gedacht, wenn’s einigermaßen passen soll.
      Grundsätzlich läuft auch bei der Fuji die AWB jeder Farbdominante hinterher und produziert durch Überkompensation komplementäre Farbstiche, was gerade auch bei Landschaftsbildern üble Farbstiche produzieren kann, bei viel grünem Laub richtung magenta, bei gelben Herbstlaub richtung blauviolett. Das ist physikalisch-technisch bedingt und nicht zu beheben, weil die Kamera nicht weiß, was sich vor der Linse befindet.

      Ich benutze die Fuji S5 nach wie vor professionell und habe noch keine aktuelle Kamera gefunden, die es mit ihr hinsichtlich Bildanmutung aufnehmen kann. Natürlich liebäugele ich manchmal mit einer D4 oder einer D800, aber wenn ich dann meine Bilder sehe und die dieser Nikons, dann ist der Wunsch zum Wechsel ganz schnell verflogen. In der Hand von jemandem, der mit dieser Cam umgehen kann, produziert sie nach wie vor exzellente Bilder, die durch Anmutung bestechen (alleine schon das „magische“ Fuji-Grün bei Naturaufnahmen im allgemeinen und Waldaufnahmen im besonderen!), nicht durch technischen Perfektionismus.

      Mit freundlichen Grüßen
      Wolf Kribben

  2. Pingback: Nikon D610 versus Nikon D7000 – ein kleiner Erfahrungsbericht… | Bogenheimer's Photography Blog

  3. Hallo,
    als DSLR Einsteiger und Liebhaber natürlicher Farben, habe ich mich für den Kauf einer Fuji S5 pro entschlossen. Habe auch im Portrait Bereich für mich gute Ergebnisse erziehlt. Allerdings bin ich ein Wald + Wiesen-Alles- Fotografierer. Mein (vermeintliches) Problem liegt in der Zuverlässlichkeit der Kamera: Schärfe nicht immer ausreichend (ob 2 od. 20m >), rötlicher Farbstich. Spontane Aufnahmen sind nicht möglich.
    Meine Objektive: Nikon 18-70 G DX 3.5-5.6, Tamron 100-300 VC 4-5.6
    Spekuliere nun aus Enttäuschung dieser Ergebnisse mit D7000, D300, Canon 5D, 60D. Aber nach diesen Berichten !?

    Über einen Hinweis für eine praxisnahe Grundeinstellung der Kamera, oder ob das alles normal ist, wäre ich sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf

    • Nun die Fuji S5 ist sicherlich nicht DIE Kamera für Wald und Wiesenfotografie, Naturfotografen würden schon die eher geringe Auflösung als Begründung nehmen.

      Die Stärke der Fuji liegt eindeutig in der Personenfotografie und dem Dynamikumfang.

      Zu den empfohlenen Einstellungen:
      WB = A (Weissabgleich automatisch)
      ISO = 100-400
      Filmsimulation = Std
      Dynamikbereich = AUTO
      Farbe = Std
      Gradation = Std
      Schärfe = Hard
      Farbraum = sRGB
      Rausch Red: = ORG

      Damit solltest Du gute Bilder hinbekommen.

      Ein roter Farbstich ist mir nicht bekannt und sollte bei Korrektem Weisabgleich nicht sein.
      Bei Unschärfe ist zu prüfen, ob Du keine Verwacklungsunschärfe hast. Achte mal darauf, dass Du bei dem 17-70 mm nicht unter eine 1/125 Sekunde gehst und bei dem Tele nicht unter den Umkehrwert der Brennweite. D.h. wenn Du also mit 300 mm Brennweite fotografierst, dann solltest Du eine Verschlusszeit NICHT unter 1/400-1/500 sekunde haben.

      Mach doch mal einen Test vom Stativ auf ein Objekt in der Nähe, dann siehst Du ja, ob der Fokus stimmt.
      Die S5 gilt allgemein als recht weich in der Abbildung, was sich bei einigen Zooms verstärken kann. Ich knipse fast nur mit Festbrennweiten und kenne das Problem nicht.

      Die D7000 habe ich ebenfalls und ich benutze sie vor allem im Bereich hoher ISO. Es ist eine ganz hervorragende Kamera und sicherlich deutlich Allroundtauglich als die S5.

      Versuch es mal mit meinen Einstellungen und schnellen Zeiten. Wenn du weitere Hilfe benötigst, dann schreib mich an.

      Bogi

      • Hallo Bogi,
        Hallo Wolf Kribben,

        vielen Dank für Eure schnelle und sehr ausführliche Hilfe.
        Ich bin den Vorgaben gefolgt, und siehe da, ich habe ganz andere Bilder!
        Sicherlich noch nicht perfekt, aber auf jeden Fall beständig. Nun kann ich mich an die Leistungsgrenze/Eigenschaften des zur Verfügung stehenden Equipments herantasten.
        Z.Bsp. zeigt das Tamron bei 135mm sein bestes Ergebnis.

        Hättet Ihr denn eine Empfehlung zu guten/erschwinglichen Objektiven?
        Anwendungsgebiet und Objektiv-Beispiele sind:
        – Innenfotografie ohne Blitz (Kirche, Museen, Familienfeier= Sohn heiratet), Nik 28/35mm 1.8/2D, (Walimex 35mm 1.4?)
        – Immerdrauf, Nik 60mm 2.8D, 85mm 1.8D/G (alle der Schärfe wegen)
        — das 85er vielleicht auch für Innen, Personen aus der Distanz
        – Ersatz für das Tamron 70-300mm (der Stabi arbeitet nicht richtig, das Bild wird um ca. 0,7% auf die Entfernung gerechnet, in irgendeine Richtung verschoben)
        – Festbrennweite oder Zoom?!
        Hersteller bei allen Einsatzgebieten sind mir egal, Hauptsache die Qualität stimmt.

        Nochmals meinen besten Dank.
        Gruß Ralf

      • Hallo Herr Hippler,

        ich halte nichts von Fremdobjektiven, schon gar nicht von Walimex. M.E. gehören auf eine Nikon resp. Fuji Nikkore, alleine schon, um eine konsistente Farbwiedergabe zu erreichen und die 100%ige Kommunikation zwischen Body und Linse sicherzustellen (Nikon hat die Anschlußparameter m.W. nie lizensiert, das ist alles reversed engineering).
        Bei den von Ihnen genannten Themen ist das 28/mm 1.8 bestimmt eine gute Wahl (an DX eine sehr schöne, kurze Normalbrennweite), 35 mm wären mir zu lang.
        Das 60 mm AF-D benutze ich als Allrounder für Portrait, Landscape, Makro und Sachaufnahmen, aber auch für Available Light und Action. Es ist m.E. deutlich besser als das neuere AF-S (das AF-S vignettiert „wie Sau“.).
        Das 85 mm 1.8 (auch hier wäre imho das „D“ die bessere Wahl) wäre eine Ergänzung für etwas größere Distanzen und noch weniger Licht.
        Was das Zoom angeht, so bietet sich das preiswerte 70-300 VR von Nikon an, wenn man unbedingt die 300 mm braucht. Ich selber benutze ein über 20 Jahre altes 70-210 (sehr viel Action-Photographie!) mit Wellenantrieb (nein, es ist nicht zu langsam, nicht an der S5), das, gebaut wie ein „Panzer“, noch mal 20 Jahre aushält (das Equipment wird bei mir sehr hart rangenommen und da traue ich Plastik nicht so ganz). Bis 180 mm ist es sehr scharf (100% offenblendtauglich), darüber hinaus wird es bei Offenblende deutlich weicher, aber immer noch mit hoher Kernschärfe (diesen Bereich nutze ich gern gezielt für „Lichtspielereien“).
        Ob Festbrennweite oder Zoom ist nur hinsichtlich der Lichtstärke interessant. Der Hype um die Schärfe von Festbrennweiten im vergleich zu Zooms mag für Hobbyforen von essentieller Bedeutung sein, in der praktischen Arbeit ist spätestens beim Offsetdruck kein Unterschied mehr sichtbar. Prinzipiell ziehe ich Zoom-Objektive vor, weil die Arbeit damit entschieden zügiger verläuft und ich bei meinen Motiven ohnehin meistens ein Mindestmaß an Schärfentiefe brauche.
        Machen Sie sich einfach ein paar Gedanken darüber, was Sie am meisten photographieren wollen, werfen Sie einen Blick in ihre Geldbörse und kaufen Sie entsprechend ein. Tip: Gepflegt gebrauchte Objektive sind oft sehr preiswert bei gleichem Nutzwert wie Neuware. Nur beim Kauf gründlich durchchecken!

        Mit freundlichen Grüßen
        Wolf Kribben

    • Hallo Herr Hippler,

      ich benutze seit vielen Jahren die Fuji S5 im professionellen Heavy Duty Einsatz inkl. Action-Photographie und kann eigentlich Ihre Erfahrungen nicht nachvollziehen. Meine Bilder sind gestochen scharf, tauglich für Großdrucke und absolut farbkorrekt.
      Was Sie nicht machen dürfen, ist, die Bilder nach Hobbyforen-Manier bei 100% zu „peepen“, denn das ist nicht nur bei einer S5 absolut nicht praxisgerecht. 50% sind genau richtig und entsprechen dem visuellen Eindruck eines guten Inkjet- oder Offsetdruckes. Was bei 50% gestochen scharf ist, ist uneingeschränkt für alles verwendbar bis hin zum 18/1 Plakat. Von Weichheit kann bei dieser Cam gar keine Rede sein und m.E. sind alle diesbezüglichen Klagen auf Fehlbedienung zurückzuführen.
      Wichtig ist auch die korrekte Konfiguration des AF, in die man sich einarbeiten muß. Die richtige Wahl des Modus und der Lock On Zeit ist wichtig. Ich photographiere u.a. mit dieser Kamera und konventionellen, wellengetrieben(!) Objektiven spielende und tobende Hunde, die sich höllisch schnell und erratisch bewegen, aber der AF-bedingte Ausschuß liegt bei vielleicht 20%, wenn es hoch kommt. Als AF empfehle ich AF-C ggf. mit der AF-Speichertaste kombiniert.
      Was die Farben angeht, ist vieles Geschmacksache. Probieren Sie die verschiedenen Filmsimulationen mal aus und nehmen Sie die, die Ihnen am besten gefällt. Die rötliche Tendenz insbesondere bei Brauntönen ist tatsächlich typisch für diese Kamera, aber die habe ich über die Weißabgleich-Feinstjustierung (im Hauptmenü, Reiter 2) mit rot -1 behoben. Standardmäßig benutze ich die Filmsimulation 1a, andere mögen 1b, 1 taugt eher für Portraits von Asiaten (europäische Hauttypen kommen zu bläulich), 1c ist mir deutlich zu gelblich, dto. die Standardeinstellung. Als Farbmodus resp. Profil benutze ich grundsätzlich AdobeRGB, sRGB ist für professionelle Anwendungen untauglich.
      Unschlagbar ist diese Kamera nachwievor in punkto Eingangsdynamik wegen ihrer immensen High Light Reserven, an die auch die aktuellen Modelle immer noch nicht herankommen.
      Kurzum, ich benutze diese Cam als Allrounder für meine tägliche Arbeit. Nur extreme High ASA und natürlich schnelle Serienphotographie können moderne Cams besser. Andererseits, wozu braucht man 8 B/s? 1/8 Sekunde Abstand zwischen 2 Bildern reichen nicht, zuverlässig den Höhepunkt einer Bewegung zu erwischen. Aber es genügt für eine Action-Szene genau ein einziges Bild, das exakt und millisekundengenau auf den Höhepunkt getimed ist.
      Langer Rede kurzer Sinn: Mehr als bei jeder anderen Kamera muß man sich in die S5 einarbeiten. In der Hand eines Könners lassen sich damit Bilder zaubern, die mit keiner anderen Cam möglich wären, und das auch noch als JPGooC ohne zeitraubende RAW-Entwicklerei (Zeit ist bekanntlich Geld 🙂 ).

      Was Standardeinstellungen angeht, noch mal komprimiert:

      WB = 5600 K bei Outdoor (auf gar keinen Fall automatisch!!! AWB benutzt man nur bei wüsten, schnell wechselnden Kunstlichtbedingungen!), Anpassung an Kunstlicht über optische Filter (sehr viel präzisere Farbwiedergabe als eine elektronische Anpassung).
      WB Feinstabgleich Rot = -1
      ISO = 100-3200 uneingeschränkt nutzbar (ich pushe bis 8000 ASA und gehe bei Fine Art bis 2000 ASA: Anmerkung: Über 1000 ASA schalten die R-Pixel ab, also ab da etwas mehr auf die High Lights achten; In der Praxis ist das Problem eher irrelevant, da die nach wie vor aktive High Light Kompression sehr gute Arbeit verrichtet.)
      Filmsimulation = F1a oder F1b (ausprobieren)
      Dynamikbereich = liegt dann bei 230%
      Farbe = nach Geschmack ausprobieren
      Gradation = Std, Abweichungen bei Bedarf
      Schärfe voll ausreizen
      Farbraum = AdobeRGB bei hohen Ansprüchen und farbmanagementtauglicher Software (sRGB ist eine Krücke!)
      Rausch Red = ORG

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen!
      Mit freundlichen Grüßen
      Wolf Kribben

  4. „Richtig krass wird es dann bei 3200 wo die S5 eigenlich nur noch Korn in Würfelzuckergröße produziert.“
    Ich pushe die S5 gnadenlos bis 8000 ASA und habe DIN A4 Drucke davon im Wohnzimmer (Schwarze Hunde bei sehr schlechtem Licht im Wald). Das Korn, das sehr analog wirkt fällt, dabei kaum negativ ins Gewicht. Nur etwas mehr Arbeit steckt dahinter…
    3200 ASA sind volle Gebrauchsempfindlichkeit ohne Einschränkung, perfekte Belichtung vorausgesetzt. Allerdings gehöre ich nicht zu den Anhängern des „aalglatten“ Bildes, eine gewisse Körnigkeit gehört für mich bei Available Light als Stilmittel dazu…

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolf

    • „3200 ASA sind volle Gebrauchsempfindlichkeit ohne Einschränkung, perfekte Belichtung vorausgesetzt.“

      Das kann ich leider für mich nicht bestätigen. Wenn ich in Clubs knipse lege ich schon Wert auf ein Charakter-Portrait und dazu passt das weiche Korn der S5 bei 3200 ISO mir nicht. Aber das ist wie so oft eine Frage des persönlichen Geschmacks.

  5. Bin zufällig über den Bericht gestolpert und bin auch im Besitz der S5 sowie der D700. Zur Zeit benötige ich oft hohe ISO-Werte daher kommt sehr häufig die D700 zum Einsatz. Meine lichtstarken FBs machen natürlich an dem größeren Sensor noch mehr Spaß. Ansonsten was Farben und Hauttöne angeht, da ist die S5 einfach besser. Der Auflösungsvorteil der Nikon ist marginal dafür punktet die S5 mit wesentlich höherer Dynamik. Bei der D700 muss man sehr aufpassen, man hat schnell mal nicht korrigierbare ausgefressene Highlights. Die S5 belichtet auch genauer, zumindest habe ich den Eindruck, kann aber auch mit dem höheren Dynamikumfang zusammen hängen. Hatte auch eine D7000 für eine Woche zur Verfügung und fand die ganz ok, allerdings kommt die an die Dynamik der S5 nicht ran. In den Highlights ist nicht mehr zu holen wie bei der D700, nur die Tiefen kann man problemlos pushen. Aber auch das beherrscht die S5 ausgesprochen gut und hat dabei noch unglaubliche Reserven in den Lichtern.

    • Robin, ja der Bereich der hohen ISO ist eine Schwachstelle der S5!
      Da ich gerne in Clubs fotografiere habe ich mich auch mit der D700 auseinandergesetzt und sie ist jenseits 800 ISO deutlich besser.
      Richtig krass wird es dann bei 3200 wo die S5 eigenlich nur noch Korn in Würfelzuckergröße produziert.

      Da ich mich auch mit dem DSLR Filmen beschäftigen wollte, habe ich mir parallel zur S5 die D7000 zugelegt. Die macht bis 3200 ganz ordentliche Bilder zumindest sehr viel besser als die S5 und sie kann filmen 🙂 !

      Aber wie gesagt, bei Normallicht bleibe ich einfach bei der S5, dass kann sie einfach. Die D7000 kommt dann im Dunkeln und beim Filmen zum Einsatz.

      Bogi

  6. man muss ja nicht jeden trend mit machen. auch eine dslr darf (wenn es der anspruch zu lässt) in freudigem gebrauch alt werden.
    auch wenn es bei dslr nicht wie bei der slr einfach ein aktueller film ist der den anschluß an die neue zeit gewährt.

  7. nun,
    ein wenig weit weg von einen test, aber wie du schreibst ein vergleich. ich arbeite im selben bereich wie du mit der s5 mit einer canon 1ds (die erste). sie ist alt und rauscht daher schon deutlich. doch im druck ist das vergessen. auch das „out of the box“ mit den schönen tonkurven gefällt mir an der 1er, meine 7d ist in allem etwas besser. aber nicht bei bildern wie du sie ansprichst (akt, portrait). na und meine hasselblad 500 c hat auch diverse einschränkungen, sie dennoch ein zusetzen ist die herausvorderung!
    ich teile deine einschätzung.

  8. Guten Abend,
    vielleicht als Ergänzung zu der aus meiner Sicht sehr auf technische Bildqualität bezogenen Sichtweise: Meine Motivation für den Wechsel zur D700 (von einer D300) und damit zum Vollformat war die erweiterte Gestaltungsmöglichkeit durch die geringere Schärfentiefe am Vollformat. Es macht für mich einen sichtbaren Unterschied, ob ich vom gleichen Aufnahmestandpunkt mit 16mm bei f/2.8 (DX) oder mit 24mm f/2.8 (FX) aufnehme. Diese Möglichkeiten haben meine Art zu sehen (und zu fotografieren…) deutlich verändert.

    Ganz abgesehen davon gibt es im Bereich lichtstarker Objektive für DX einfach nicht die Optionen wie für FX, Beispiel: 24mm f/1.4 oder 14-24mm f/2.8. Gerade das 24/1.4 ermöglicht gestalterische Effekte, die mir sehr gut gefallen (zusätzlich zum reinen Crop-Effekt hinsichtlich der kürzeren Brennweite an DX müsste der vorgenannte Vergleich eigentlich 16mm/2.8 (DX) versus 24mm/1.4 (FX) lauten, denn schneller als 2.8 sind die 16mm an DX leider bis heute nicht realisierbar.

    Der Wunsch der Erweiterung gestalterischer Möglichkeiten stand hinter meinem Wechsel, und trotz der damit verbundenen Kosten bereue ich den Schritt keine Sekunde.

    Just my 2 cents…

    • Danke für den Beitrag.
      Sicherlich gibt es viele gute Gründe für eine D700, es ist eine tolle Kamera! Mein Vergleich bezieht sich ja auch vorallem auf die Fuji S5 und die Nutzung im Studio, bzw. Portraitbereich.

      Ich bin auch heute Januar 2012 noch nicht soweit, dass ich für meine Art der Fotografie auf eine D700 aufrüsten würde. Für den Bereich Konzert und Theater würde ich sie allerdings schon sehr gerne haben.

      Gruß Bogi

  9. P.S. Mit Ausdrucken und den dafür erforderlichen Konfigurationen habe ich leider gar keine Erfahrung und kann insoweit nichts dazu sagen, wie sich die unterschiedlichen Sensoren bzw. Bildverarbeitungen beider genannten Kameras auf großen Ausdrucken auswirken. Meine Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf die Bildschirmpräsentation.

  10. Interessanter Vergleich!

    Ich fotografiere seit knapp 3 Jahren mit der S5pro, hauptsächlich Reisereportagen und Natur. Als alter Analoger mit noch einer F6 im Schrank schätze ich an der S5pro vornehmlich die unglaublich angenehmen Farben und die hohe Dynamik, bei der sich auch aus ausgebleichten bzw. „abgesoffenen“ Stellen noch ordentlich Zeichnung herausholen läßt, schlichtweg die analoge Anmutung der Bilder. Auch das Rauschverhalten ist bis 1600 ISO erstaunlich gut und durchaus konkurrenzfähig mit neueren Kameramodellen (leichtes Farbkippen ab 800 ISO). Faszinierend vor allem, daß die S5pro das alles auch ohne nennenswerte Nachbearbeitung „out of the box“ als hochqualitatives JPeG liefert. Natürlich hat die S5pro Defizite – sie ist weniger als andere Kameras eine „eierlegende Wollmilchsau“. Für schnelle Szenen ist sie von Speichergeschwindigkeit und AF-System weniger geeignet, Video kann sie nicht (interessant für Reisereportagen), die Auflösung kommt mit den heutigen Kameras nicht mehr mit, ist aber in der Praxis gar nicht so schlecht – ja, und die High-ISO-Fähigkeiten sind schlichtweg nicht vorhanden.

    Ich habe seit einem 3/4 Jahr als Ergänzung die D7000, da ich dem APS-C-Format dankbar für die kleinere, leichtere und preiswertere Ausrüstung bin bei einer Bildqualität, die mir voll ausreicht. Die D7000 kann alles das, was die S5pro schlecht oder gar nicht kann.Wen der Vergleich der Auflösungen beider Kameras interessiert: Fujis „12,3“MP (eigentlich 2x 6,1MP) gegen den neuen Nikon-Sensor mit 16,2 MP. Zunächst meine Feststellung, daß die Fuji nicht, wie viele in Internet-Foren und laxen „Tests“ behauptet haben, wie 6 MP auflöst, allerdings auch nicht wie 12MP. Der Bildeindruck liegt m.E. etwa bei 8-9MP eines konventionellen Sensors. Die Fuji-Bilder auf 16:9 zugeschnitten und an einem 42″ Full-HD-TV präsentiert wirken scharf ohne Abstriche. Auf dem 27″ Mac, der deutlich höher auflöst als ein Full-HD-TV, sieht man die exzellente Schärfe des D7000-Sensors zwischen 100 und 800 ISO (danach greift die Rauschverminderung schärfemindernd ein), die der Fuji sichtbar überlegen ist. Vor allem läßt die D7000 einen starken Bildbeschnitt (über 16:9 hinaus) zu, ohne daß die Bilder „breiig“ werden. Stärkeren Beschnitt als 16:9 an den Fuji-Bildern sieht man deutlich in der Auflösung. Anzumerken ist, daß ich das am Monitor nicht in 100%-Darstellung, sondern in normaler Darstellung betrachte. Im Klartext: Für die Präsentation – die Dia-Schau mit Einzelbildern oder der von mir verwendeten Software Foto-Magico – ist die Schärfe der Fuji bei normalem Betrachtungsabstand ausreichend, wenn man die Bilder nicht nennenswert über 16:9 hinaus beschneidet – und sie liefert (trotz umfangreicher Tests und Manipulationen an der Picture-Control der D7000) immer noch die natürlicheren Farben outdoor (ich meine auch der Weißabgleich der Fuji ist zuverlässiger bei natürlichem Licht als der der D7000, die gelegentlich zu Ausreißern neigt). Fazit: Die beiden Kameras ergänzen sich ganz hervorragend; der Wunsch nach einem Vollformatmodell, den ich auch hegte, ist gewichen!

    • Michael, vielen Dank für diesen Vergleich.
      Es ist sehr schön Vergleiche von Usern zu bekommen, die tatsächlich die S5 haben und mit aktuellen Modellen vergleichen. Das Thema Auflösung ist mir auch kürzlich hochgekommen, aber nur weil ich die Möglichkeiten habe auf einem Epson 11800 bis 160 cm Breite zu drucken :-).
      Was ich Deinem Bericht nicht entnehmen konnte ist ein Vergleich bezüglich Dynamik der beiden Modelle. Kann die D7000 hier mithalten? Nutzt Du die S5 nun überhaupt noch?

      Gruß – Bogi

      • Hallo Bogi,

        zunächst zur Dynamik: Welche der beiden Kameras an dieser Stelle besser ist, habe ich mich oft gefragt. M.E. ist sie bei beiden Kameras sehr gut, aber ich habe den Eindruck, daß die Bildverarbeitung bei beiden Kameras unterschiedlich ist. Ich meine dabei nicht die Funktion „Active D-Lighting“ bei der D7000, der die S5pro nichts Entsprechendes entgegenzusetzen hat. Ich habe den Eindruck – so blöd und technisch widersinnig das klingt – , daß das Ergebnis nach kamerainterner Bildverarbeitung bei der S5pro dichter am analogen Dia ist, bei dem die Dynamik sozusagen gestaucht wird, ohne daß Tonwerte verloren gehen.
        Man sieht im übrigen daraus, daß ich mich auf die Bildentwicklung durch die Kameras verlasse; ich brauche dann auch nicht mehr so intensiv nachbearbeiten. Allerdings setzt das insbesondere bei der D7000 ein langes Ringen und Testen um die optimale Einstellung voraus, denn die Ergebnisse der Werkseinstellung waren für mich nicht befriedigend!

        Da ich mich wie oben beschrieben sehr intensiv mit der neuen D7000 auseinandersetzen mußte (ich habe eines der ersten in Deutschland angelandeten Exemplare gekauft und konnte mich somit auch nicht auf probate Tips und Anleitungsbücher verlassen), hat die Fuji lange arbeitslos im Schrank gelegen. Inzwischen nutze ich sie wieder, wenn es um reine Naturaufnahmen geht, weil die Farben und die „Übersetzung“ der Helligkeitsverhältnisse natürlicher kommen. Dramatische Lichtverhältnisse bewältigt die D7000 spektakulärer. Akt u.ä. habe ich nie fotografiert, so daß sich meine Aussagen zur Hautwiedergabe eher auf Gesichter und Extremitäten beziehen. Die Darstellung von Hauttönen ist bei der S5pro in Standardeinstellung out of the box „schön“ aber m.E. nicht natürlich, weil zu rötlich, entspricht aber der einem sozusagen über Jahre eingebrannten Tendenz des Velvia 50. In meiner Standardeinstellung 1 kommt Haut bei der D7000 „natürlicher“ – leichte Tendenz zu gelb/orange, aber – wie gesagt – das sind meine Einstellungen.

        Im Ergebnis nutze ich wesentlich intensiver die D7000, bei der ich die 2 User-Einstellungen mit einer Einstellung für allgemeine Fotografie und einer für Natur hinterlegt habe. Die D7000 ist schneller, leiser, läßt sich umfangreicher konfigurieren, ist toll im High-ISO-Bereich, filtert mir bei Stadtfotografie schon bei der Aufnahme die tonnenförmigen Verzeichnungen mancher Brennweiten heraus, kann filmen, ist einfach deutlich vielseitiger, kann aber nicht alles besser! Insofern bleibt es bei meiner Aussage: beide ergänzen sich ideal.

        Gut Licht! – Michael

      • >>>Was ich Deinem Bericht nicht entnehmen konnte ist ein Vergleich bezüglich Dynamik der beiden Modelle. Kann die D7000 hier mithalten?<<<

        Diese Frage kann ich beantworten. Kurz und knapp: Jenseits der 200 ASA bis 1000 ASA bekommt die D7000 keinen Stich. Die S5 hat bei 1000 ASA einen DR von rund 10.5 EV bei jpg ooC (sie fällt in der Praxis bei jpg ooC nie unter 9.3 EV bis 3600 ASA) und 12.8 EV bei RAW. Die D7000 landet bei 1000 ASA und RAW bei rund 10.5 EV, bei jpg zwangsweise deutlich niedriger. Hervorzuheben ist insbesondere die High Light Festigkeit, die von keinem aktuellen Modell erreicht wird. Außer im extremen High ASA Bereich hat die S5 noch lange nicht ausgedient, zumal die analoge, filmähnliche Anmutung der Bilder unerreicht ist.

        Mit freundlichen Grüßen
        Wolf

  11. Hallo Juri,

    zum Thema Hauttonwiedergabe mit Nikon und Adobe ACR habe ich die gleichen Erfahrungen. Zu gelb/warm. Das sieht mit dem kostenlosen ViewNX oder mit CaptureNX dann aber völlig anders aus. Sowohl die Hauttöne sind viel besser/richtiger als auch der Dynamikumfang der Kamera ist erheblich größer.
    Aus meiner Sicht lohnt es sich für anspruchsvolle Fotografen auf jeden Fall diesen Test zwischen den RAW-Konvertern einmal selbst zu machen. Zumindest für Nikon-Kameras.

    LG Reiner

  12. Hallo Juri,
    als ich Deinen Bericht gelesen habe mußte ich schmunzeln. Ich hatte eine S5 und habe so alles fotografiert.
    Erst als ich beim Handball in der dunklen Halle nicht mehr weiter kam, habe ich meinem besten Kumpel meine S5 verkauft und eine D700 gekauft. Auf der S5 hatte ich ein 50mm 1:1,4, wegen der dunklen Halle 1/400 ISO 3200. Mit der D700 sind bei ISO 3200 wircklich rauschfreiere Bilder zu fotografieren. Der richtige Schub kam erst mit dem 70-200 2,8 VR. Hier war der Fokus einfach um Klassen schneller als beim 50mm. Für die anderen Bilder habe ich der S5 wirklich nachgetrauert. Aus Zeitgründen mache ich nur JPG. Die Farben und Hauttöne sind einfach bei der S5 schöner. Bei ebay-Kleinanzeigen habe ich dann wieder eine S5 (4.000 Ausl.) für weniger Geld als ich meine verkauft habe zurück erstanden. Seit dem habe ich beide. Eine für die schönen und eine für die Arbeitsbilder…
    Danke für Deinen Bericht.
    Gruß Volker, aus Göttingen

  13. Hallo…
    finde den Erfahrungsbericht sehr treffend. Habe beide Kameras und greife mittlerweile immer
    öfters zur Fuji weil sie mit den richtigen Einstellungen sehr viel feiner zeichnet.

    Jetzt wo es sie nicht mehr gibt konnte ich mir noch eine letzte neue S 5 zu einem sehr guten Preis kaufen und denke, dass ich damit bis zum wirklichen Quantensprung, gut bedient bin

    Gruß
    Gero

  14. Hallo Juri!
    Danke – ich hatte ähnliche Gedankenb – werde nun wohl noch etwas warten, bis ich auf Vollformat umsteige! Vielleicht überrascht uns Fuji nochmals (nach der X100) mit einer DSLR – vielleicht sogar in Vollformat! 😉
    Lg
    Michael

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