WASSER FÄRBEN | MAKING OF


FOTOGRAFIE | WASSER FÄRBEN | MAKING OF

„Wer hat Lust auf ein Foto in schwarzem Wasser?“, war die Frage von Darkside Jewel.
An dieser fotografischen Fingerübung hatte ich Spaß, auch wenn mir noch nicht ganz klar war wie ich vorgehen sollte.

Das Ziel war klar, ich wollte das Wasser einfärben (möglichst schwarz) aber nicht die Dame.
Eine Internetrecherche brachte mich nicht wirklich weiter.
Den Tip BALSAMICO zu nehmen, habe ich nicht weiter verfolgt.Wer das schon einmal probiert hat, darf gerne seine Erfahrung hier posten.
Ich entschied mich für Badewasserfarben die man für Kinder nutzt. Es gibt zwar kein schwarz, aber wenn man alles mischt sollte etwas ähnliches rauskommen, war zumindest mein Gedanke.

 

Hier also ist nun das Resultat unserer Session – Black Water
Black Water
Making of – Black Water
Zutaten:
  1. Model
  2. Badewanne gefüllt
  3. TINTI Badewasserfarben (9er Pack)
  4. Kamera
  5. Polfilter (nicht zu verwechseln mit einem Poolfilter)
  6. Blitzkopf mit Softbox o.ä.
Schritt für Schritt Anleitung
  1. Beleuchten
    Ausleuchten der Szene inkl. Model im trockenen Zustand, d.h. Model angezogen, Badewanne leer. Das macht Sinn, da man sich nun genügend Zeit lassen kann, ohne daß das Wasser abkühlt oder das Model im Wasserbad schrumpelige Haut bekommt.In diesem Fall wurde mit einem Blitzkopf gegen die Decke geblitzt um ein weiches ungerichtetes Licht zu bekommen.
    Möchte man den Blitz aufs Wasser richten, so ist sehr auf den Winkel zu achten, da sich das Blitzlicht sonst im Wasser spiegelt. Ich habe den schönsten Effekt durch indirekte Beleuchtung erreicht.
    ACHTUNG:

    Der Blitzkopf ist so zu stellen, daß er im Falle eines Kippens nicht in die Wanne fallen kann – ansonsten besteht Lebensgefahr!
  1. Visagistin
    Make up – möglichst wasserfest, außer man möchte bewußt den Look von zerfließender Schminke.
  1. Wanne befüllen
    Badewanne langsam mit warmen Wasser füllen und mit TINTI Badewasserfarben einfärben.
    Die 9er Packung enthält die Farben blau, rot, grün und gelb. Mischt man alle blauen und roten Farbtabletten zusammen, so entsteht ein tiefes Violett. Angereichert mit grün, wird es nochmals dunkler.Ich hatte nur eine Packung zur Verfügung und schmiß am Ende alles ins Wasser was vorhanden war. Es wäre vermutlich sinnvoller gewesen mit der doppelten Menge zu arbeiten und dabei die gelben Farben wegzulassen.
  1. Fotografieren
    Bei den Aufnahmen sollte man daran denken, das Wasser spiegelt.
    Je nach Aufnahmewinkel erscheint man als Fotograf mit im Bild. Das kann ein Bild zerstören und ist sehr ärgerlich wenn man es erst hinterher feststellt.Zusätzlich sehr zu empfehlen ist ein Polfilter der es ermöglicht die eine oder andere störende Spiegelung zu eliminieren.Nützlicher Hinweis:
    Als Fotograf balanciert man auf dem Rand der Badewanne und gerät schnell mal aus dem Gleichgewicht. Damit die Kamera nicht im Badewasser landet sollte man den Gurt auch nutzen.
  1. Objektiv
    Als optimale Brennweite habe ich ein 50 mm Objektiv (Vollformat) ermittelt.
BEA
Dem fertigen Bild ist anzusehen, daß es so nicht aus der Kamera kam. Folgende Bearbeitungsschritte sind erfolgt:
  1. Tonwertkorrektur
    Bei der TWK achte ich in der Regel darauf, daß die Einstellungsebene anschließend auf LUMINANZ gestellt wird.
    Dadurch verändert sich die Farbe nicht.
  1. Retusche Gesicht
    Sehr leichte Hautstörungen wurden mit dem AUSBESSERN-WERKZEUG entfernt (Photoshop) .
    Augenschatten (Augenringe) vorsichtig angehoben.Für ein gleichmäßiges Hautbild wurde unter NIK ColorEffex der Filter Skin Softener verwendet. Anschließend wurde mittels Hochpassfilter das Bild geschärft und die Hautpore wieder zurückgeholt (Vorgang wird in diversen Tutorials beschrieben).
  1. Letzter Schliff
    Abschließend habe ich noch ein bißchen Farbstimmung mit Glamour Glow aus Nik ColourEffex eingefügt – fertig.
So, ich hoffe dieses kleine MAKING OF inspiriert, informiert und bringt euch vielleicht dazu es noch besser zu machen. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Ergebnisse oder Verbesserungsvorschläge hier postet.
Juri Bogenheimer | 10.2014
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6 Gedanken zu “WASSER FÄRBEN | MAKING OF

  1. Vermutlich doofe Frage, aber dennoch: Würde ich den Polfilter weglassen, würde ich dann einen Spiegeleffekt im Wasser bekommen? Ich würde gerne genau diesen Effekt erzielen, sodass sich das Gesicht des Models im Wasser spiegelt… (:

    • Natürlich kannst du den Polfilter weglassen und der Spiegeleffekt ist ja abhängig vom Winkel.
      Ohne Polfilter ist es aber wirklich nicht einfach „störende“ Spiegelungen fern zu halten.
      Ich wollte ja nicht erkennbar haben, dass es sich um eine Badewanne handelt. Ohne Polfilter wären die Kacheln im Wasser sichtbar gewesen.
      Auch das Licht/Beleuchtung hätte sich gespiegelt.

      Wie gesagt, Versuch macht klug und letztlich kommt es ja darauf an was für eine Bildwirkung Du haben willst.
      Eine Spiegelung von Gesicht um Kacheln z.B. kann sehr reizvoll sein.
      Nimm dir ein bisschen Zeit und ein experimentierfreudiges Model.

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